Arabica oder Robusta

Arabica oder Robusta

Arabica und Robusta: Liebe geht durch die Kaffeemaschine

Die Deutschen lieben ihren Kaffee. Ungefähr 160 Liter trinkt jeder durchschnittlich pro Jahr. Das macht Kaffee zum beliebtesten Getränk des Landes. Doch Kaffee ist nicht gleich Kaffee: Für die Verfeinerung des Geschmacks gibt es aktuell unendlich viele, teilweise sehr abenteuerliche Variationen.

Nicht nur Milch und Zucker, sondern auch Zimt, Karamell, Nüsse oder sogar Chilipulver sollen immer wieder neue Geschmackserlebnisse kreieren. Bei einem „Spicy-Pumpkin-Chocolate-Muffin-Flavoured-Frappuccino“ ist der ursprüngliche Geschmack des Kaffees kaum noch erkennbar. Daher trinken wahre Kaffeefreunde ihr Getränk am allerliebsten pur.

Arabica vs. Robusta – Auf die Bohne kommt es an

Auch ohne ausgefallene Zusatzstoffe können Sie den Geschmack Ihres Kaffees beeinflussen, indem Sie die Bohnen sorgfältig aussuchen. Schon die Namen der beiden Sorten lassen Rückschlüsse auf deren Eigenschaften zu. So ist die Robusta-Kaffeepflanze tatsächlich robuster, widerstandsfähiger und kräftiger. Die Arabica-Kaffeepflanze ist eher eine Diva.

Elegant, mit einem facettenreichen Geschmack, aber auch sehr anspruchsvoll. Dies zeigt sich auch im Preis: Für erlesene Arabica-Bohnen zahlen Sie fast doppelt so viel wie für Robusta-Bohnen. Trotzdem handelt es sich bei 70 Prozent des weltweit verkauften Kaffees um Arabica.

Ist dieser wirklich der bessere Kaffee? Und was haben die Robusta-Bohnen dagegen zu bieten? Schauen wir uns an, in welchen Punkten die beiden Sorten sich unterscheiden. Gibt es eine, die mehr überzeugt?

Die Kaffeepflanze

Nicht nur geröstete Kaffeebohnen verströmen einen verführerischen Duft. Auch die schneeweißen Blüten der Arabica- und Robustapflanze tauchen die Kaffeefelder in einen schweren, jasminartigen Duft.

Die sensible Arabica-Diva

Bereits im Anbau ist die aus dem fernen Äthiopien stammende Arabica ein echtes Sensibelchen. Sie mag es nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt und gedeiht am prächtigsten in einer Höhe von 400 bis 1000 Metern. Zusätzlich benötigt sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dabei wächst sie auch bei idealen Bedingungen nur sehr langsam.

Die Kaffeekirschen werden nicht alle auf einmal abgeerntet, sondern in mehreren Etappen. Es werden nur die Kirschen gepflückt, die den perfekten Reifegrad erreicht haben. Mit ihren exklusiven Vorlieben findet sich die Arabica-Pflanze in traumhaften Urlaubsgebieten wie Afrika oder Südamerika.

Das Robusta-Kraftpaket

Angebaut wird Robusta-Kaffee mehrheitlich in Indonesien und Vietnam. Sie ist weniger anspruchsvoll als die Arabica-Pflanze. Die Robusta-Pflanze gedeiht auch im Tiefland auf weniger nährstoffreichen Böden, ist resistenter gegen Schädlinge und in ihrer Ernte ergiebiger.

Die Kaffeebohne – Aussehen und Geschmack

Auf den ersten Blick sehen sich die Arabica-Bohnen und Robusta-Bohnen sehr ähnlich. Kennt man jedoch die Unterschiede erkennt man diese beim näheren Betrachten sofort. Auch der Geschmack der beiden Kaffeesorten unterscheidet sich sehr stark voneinander.

Arabica – Hübsch und lecker

Optisch lassen sich die beiden Kaffeesorten leicht voneinander unterscheiden:

Die Arabica-Bohne ist oval und besitzt in der Mitte eine elegant geschwungene Linie. Beim Mahlen und Zubereiten verströmt sie den unverwechselbaren Kaffeegeruch, der selbst den größten Morgenmuffel in die Küche zieht.

Und der Geruch verspricht nicht zu viel: Auch geschmacklich überzeugt die Arabica-Bohne mit facettenreichen Nuancen, die an geröstete Früchte, Karamell und dunkle Schokolade erinnern. Dazu besitzen sie eine dezente Süße, die Arabicakaffee in seinem Geschmack sehr gefällig und alltagstauglich macht.

Robusta – Die mit den inneren Werten

Die Robusta-Bohne ist kleiner und runder als ihre Schwester. Der Schnitt in der Mitte zieht sich fast schnurgerade durch die Bohne. Die Robusta-Bohne duftet weniger stark als die Arabica. Auch geschmacklich polarisiert sie durch ihre herben, erdigen und manchmal auch bitteren Aromen.

Die Stärken der Robusta befinden sich in ihrem Inneren: Die Robusta enthält doppelt so viel des Muntermachers Koffein, wie die Arabica-Bohne. Außerdem sind Robusta-Bohnen für die weiche, sahnige Crema des Kaffees verantwortlich.

Allerdings können reine Robusta-Mischungen durch den hohen Koffeingehalt und einen erhöhten Gehalt von Säure zu Magenschmerzen, Herzrasen und allgemeinem Unwohlsein führen. Menschen mit empfindlichen Magen sollten daher einen hohen Gehalt an Robusta-Bohnen in ihrer Kaffeemischung vermeiden. Für geübte Kaffeetrinker gibt es inzwischen auch reine Robustasorten. Als konzentrierte Energiepakete retten diese exotischen Bohnen durch so manche Überstunde.

Übersicht Arabica vs. Robusta

Arabica Robusta
· Große Bohnen mit geschwungener Linie
· Verführerischer Duft· Facettenreicher, fruchtiger Geschmack
· Kleine, runde Bohnen

· Kerzengerade Linie

· Hoher Koffeingehalt

· Hoher Säuregehalt

· Produzieren die perfekte Crema

Im folgenden Bild sind sowohl Arabica-als auch Robusta-Bohnen zu sehen. Erkennen Sie den Unterschied?

Die Mischung macht’s

Da sowohl die Arabica-Bohnen, als auch die Robusta-Bohnen Eigenschaften besitzen, die für den perfekten Kaffee unabdingbar sind, werden meist Mischungen aus beiden Sorten verkauft. Je nachdem, ob man einen außergewöhnlichen Geschmack, oder eine vollendete Crema wünscht, mischt man Arabica- und Robusta-Bohnen in verschiedenen Verhältnissen.

Das weiß auch die Nation des Espressos und des Latte Macchiatos: In Italien werden Arabica-Robusta-Mischungen besonders geschätzt. Doch nicht nur die Mischung beeinflusst den Geschmack, auch die Röstung spielt eine wichtige Rolle. So schmecken sehr dunkel geröstete Bohnen oft leicht bitter, nach geröstetem Brot.

Dieses kräftige Röstverfahren wird meistens für Robusta-Bohnen genutzt, da dadurch die Säure reduziert wird und die Bohnen später eine bessere Crema entwickeln. Langsam und weniger intensiv geröstete Bohnen schmecken fruchtiger und oft sogar leicht nach Karamell. Daher werden Arabicabohnen schonender geröstet um deren Geschmacksvielfalt hervorzuheben.

Sogar die Herkunft spielt eine Rolle beim Geschmack des Kaffees: Richtige Kaffee-Experten können herausschmecken, ob die Kaffeepflanzen vulkanischen Lavaböden, oder tropisch-feuchten Regenwäldern entstammen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

100 Prozent Arabica bedeutet nicht immer Spitzenqualität

Achtung ist geboten, wenn auf der Verpackung der Hinweis „100 % Arabica“ zu finden ist. Dies zeugt nicht automatisch von garantiert hoher Qualität des enthaltenen Kaffees. Häufig wird „100 % Arabica“ als Verkaufsargument genutzt, da fast alle berühmten Spitzenkaffees vollständig aus Arabica-Bohnen bestehen. Möchte man sich einen exklusiven Arabica-Kaffee gönnen, so lohnt es sich vorher zu recherchieren.

Das Anbaugebiet – Je höher desto besser

Einen Hinweis auf Spitzenkaffees bietet ein Blick auf die Anbaugebiete. So gelten Costa Rica, Kolumbien und Guatemala als Anbaugebiete mit besonders nährstoffreichen Böden, auf denen Kaffeebohnen gedeihen, die ein exklusives Geschmackserlebnis bieten.

Ein weiterer Hinweis auf die Qualität ist auch die Lage des Anbaugebiets der Kaffeebohnen: So ist Hochlandkaffee wertvoller als Tieflandkaffee. Im Hochland gedeihen Kaffeebohnen langsamer, weshalb sie mehr Zeit haben variantenreicher und ausgeprägter Aromen zu entwickeln.

Das Haltbarkeitsdatum

Über das Mindesthaltbarkeitsdatum lässt sich abschätzen, wie lange die Röstung zurückliegt. Hier gilt: Je kürzer desto besser, da die Bohnen nach der Röstung über die Zeit hinweg an Aroma verlieren. Im Idealfall sind die Bohnen noch rund 15 Monate haltbar. Als besonderes Qualitätsmerkmal ist es zu werten, wenn Hersteller das Röstdatum der Bohnen auf der Verpackung mit angeben.

Der Preis – Investieren lohnt sich

Für mehr Geld bekommt man mehr Qualität. Dies gilt insbesondere für Kaffee. So kann ein Kaffee aus dem Discounter niemals mit erlesenen Kaffeesorten aus dem Fachgeschäft mithalten. Die haben jedoch ihren Preis. Experten geben für Qualitätskaffee gut und gerne über 20 Euro pro Kilogramm aus.

Ob es sich bei der teuren Packung Bohnenkaffee wirklich um ein Qualitätsprodukt handelt können Sie manchmal an der Verpackung erkennen: Bei wahrem Spitzenkaffee, findet sich dort ein kleines Entgasungsventil, wodurch man in der Packung entstehende Gase entweichen lassen kann, ohne dass die wertvollen Bohnen mit Sauerstoff in Kontakt geraten. Dadurch bleibt das Aroma länger erhalten.

Neben einer luftdichten Aufbewahrung gibt es noch einige Tipps und Tricks, wie man seinen Kaffee lagern sollte, um lange Freude daran zu haben.

Tipps und Tricks zur Aufbewahrung

Die vielfältigen Aromen des Kaffees entstehen durch die in der Bohne enthaltenen Öle. Schon bei Zimmertemperaturen entsteht ein chemischer Prozess, wodurch diese Öle ranzig werden können. Dadurch erhält der Kaffee einen unangenehm muffigen Beigeschmack.

Grundsätzlich gilt es Hitze, Sauerstoff, Feuchtigkeit und Licht von Kaffeepulver fernzuhalten. Selbst Gerüche können sich negativ auf Kaffee auswirken. Deshalb eignet sich auch der Kühlschrank nicht als Aufbewahrungsort – Oder Kaffee mit Käsearoma gefällig?

Am besten eignet sich für die Aufbewahrung eine lichtundurchlässige Keramikdose mit Gummiabdichtung am Verschluss. Diese sollte an einem dunklen, kühlen Ort, beispielsweise im Flur oder in der Vorratskammer aufbewahrt werden.

Gemahlener Kaffee ist in seiner Aufbewahrung anspruchsvoller als Kaffeebohnen. Wenn Sie die Möglichkeit haben Ihren Kaffee selbst zu mahlen ist es daher am schonendsten ihn in ganzen Bohnen aufzubewahren. Für die Bohnen gelten dabei dieselben Empfehlungen zur Lagerung wie für Kaffeepulver. Ideal gelagert lässt sich die Qualität des Kaffees für ungefähr zwei Monate sicherstellen.

Fazit

Sowohl die Arabica-Bohnen als auch die Robusta-Bohnen haben ihre Vorzüge. Erst die Mischung beider Sorten ermöglicht einen cremigen, koffeinreichen und aromatischen Kaffeegenuss. Die perfekte Mischung gibt es nicht. Die muss jeder für sich selbst herausfinden.

Wenn Sie noch auf der Suche sind, können Sie sich von umfangreichen Tests verschiedener Kaffeesorten inspirieren lassen. Aber Achtung: Hat man seinen Lieblingskaffee einmal gefunden möchte man ihn am liebsten nicht mehr hergeben! Zum Glück lassen sich Kaffeebohnen luftdicht in kleinen Portionen verpackt sogar in der Tiefkühltruhe aufbewahren. Als köstlichen Vorrat für das ganze Jahr.

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