Espresso

Espresso Basics

Keine andere Brühmethode ist so komplex und kontrovers wie Espresso. Die richtige Zubereitung des konzentriertesten Kaffees ist für einige Religion und entfacht Diskussionen über Präinfusion, Druckprofile und Kaffeemaschinen in der Preislage von Mittelklassewagen.

Tatsächlich muss man, wenn man jeden Aspekt der Espressozubereitung kontrollieren will, in gutes Equipment und Zeit zum Üben investieren. Aber keine Sorge: Zuhause einen leckeren Espresso zuzubereiten ist machbar, und mit der richtigen Technik kein Problem.

Espressomaschine und -mühle

Auch Espressomaschinen die für den Heimbereich anstatt für professionelle Cafés produziert werden, können sehr teuer sein. Entgegen der offensichtlichen Meinung lohnt es sich allerdings, den Löwenanteil des Budgets in eine gute Espressomühle zu investieren. Das Wichtigste für einen perfekten Espresso ist der gleichmäßig feine Mahlgrad des Kaffeepulvers – und den erreicht man nur mit einer guten Mühle.

Ein vollständiger Kaufratgeber würde hier den Rahmen sprengen, ein paar Grundregeln zur Auswahl können wir aber geben:
Eine Espressomaschine ist eine Anschaffung, die ein paar Jahre halten sollte. Achte deshalb auf eine solide Verarbeitung und ein stabiles Gehäuse, möglichst aus Metall. Probiere vor dem Kauf das Siebträgerbajonett und alle Schalter und Hebel aus. Fühlt sich etwas wackelig oder billig an, solltest Du Dich nach einem anderen Modell umschauen.

Ein Elektroniksupermarkt ist in den meisten Fällen keine gute Anlaufstelle. Lass Dich lieber bei einem erfahrenen Fachhändler beraten.

Brauchst Du Hilfe bei der Auswahl Deiner Maschine oder Mühle? Wir helfen dir gerne, schreib uns eine E-Mail!

Und so bereitest Du einen erstklassigen Espresso zu

Die Brühtemperatur ist, wie bei jeder anderen Zubereitungsmethode, einer der Schlüssel zum guten Kaffee. Je nach Modell sollte Deine Espressomaschine 15-30 Minuten Zeit zum vollständigen Aufwärmen haben, damit das Brühwasser auf dem Weg vom Boiler in den Siebträger nicht zu stark abkühlt.

  1. Nimm den Siebträger aus der Maschine und lasse ein wenig Wasser in Deine Espressotasse laufen. Das sorgt für frisches Wasser in der Brühgruppe (dem vordersten Teil der Maschine) und wärmt die Tasse vor.
  2. Die richtige Dosierung und der passende Mahlgrad hängen von vielen Faktoren ab, wie z.B. Alter des Kaffees oder Sorte der Bohnen. Außerdem spielen äußere Einflüsse wie Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit eine Rolle.
  3. Um den richtigen Mahlgrad zu finden, wirst Du am Anfang mehrere Anläufe benötigen. Das ist normal! Kein Grund zur Sorge.
    Für einen doppelten Espresso benötigst Du 18-21g Kaffee. Um Dich an den passenden Mahlgrad heranzutasten fange am besten etwas zu fein an, und arbeite Dich dann in kleinen Schritten aufwärts.
  4. Dein Siebträger sollte vor jedem Shot absolut sauber und vor allem trocken sein. Wassertropfen stoßen die sich im Kaffee befindlichen Öle ab und können unter Druck Wasserkanäle – sog. „Channels“ – bilden, durch die das Brühwasser am Kaffee vorbeifließt anstatt den Kaffee zu extrahieren.
  5. Channels werden außerdem besonders durch eine ungleiche Verteilung des Kaffees im Siebträger begünstigt. Die Espressomaschine presst das Wasser unter hohem Druck durch das Kaffeebett. Hat dieses Dich te und weniger Dich te Stellen, sucht das Wasser sich den Weg mit dem geringsten Widerstand, anstelle gleichmäßig die Aromen und Öle aus dem gesamten Kaffee zu lösen.
  6. Mahle den Kaffee also möglichst gleichmäßig in den Siebträger, und streiche dann den Kaffeeberg mit dem Finger in einer „Nord-Süd“- und „Ost-West“-Bewegung glatt.
    Komprimiere den Kaffee im Siebträger mit einem Tamper. Der genaue Druck ist nicht von allzu großer Bedeutung, viel wichtiger ist, dass die Oberfläche des Kaffees gerade und glatt, und nicht schräg ist. Stütze den Siebträger dafür beim Tampen auf die Tischkante. Um Kratzer zu vermeiden gibt es auch spezielle Tamping-Matten und -Stationen.
  7. Es ist soweit – setze den Siebträger fest in die Maschine ein, positioniere die Tasse (ohne das Aufwärmwasser!) und drücke Start. Erstarre vor Bewunderung wenn der Espresso warm und sirupartig in die Tasse läuft (falls nicht: Übung macht den Meister! Versuchs einfach nochmal). Schalte die Maschine nach 20-30 Sekunden ab.
    Protip: Profis wiegen ihren Espresso ab, anstatt sich auf die Zeit zu verlassen. Ein doppelter Shot sollte ungefähr 35-45g wiegen.

Protip 2: Entgegen der üblichen Meinung, Espresso sollte möglichst schnell und heiß getrunken werden, finden wir, dass die süßen und komplexen Aromen und Geschmäcker am besten zur Geltung kommen, wenn der Shot etwas abgekühlt ist.

Protip 3: Espresso ist der öligste aller Kaffees, und Öl kann nach einiger Zeit ranzig werden. Um bitteren, ranzigen oder einfach „alten“ Geschmack zu vermeiden, solltest Du Deine Maschine einmal die Woche mit einem speziellen Espressomaschinenreiniger reinigen.

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