Arabica oder Robusta

Kaffeepflanzen für zu Hause

Eine eigene Kaffeepflanze in Ihrer Küche? Toll!

Dann können Sie sich jeden Morgen den Kaffee frisch pflücken, mahlen und zubereiten. Das wird der Gipfel des Genusses!! Naja, ganz so wird es wohl doch nicht laufen.

Wie viel Arbeit es ist, seinen selbst angebauten Kaffee genießen zu können und welche Schritte bis dahin notwendig sind, erfahren Sie gleich. Wir zeigen Ihnen, was Sie von der Auswahl der richtigen Pflanze bis hin zum Rösten alles beachten sollten. Danach werden Sie sich wahrscheinlich fragen, warum Sie das alles machen sollten.

Die Antwort lautet wie so oft im Leben: Es kann tolle Erfahrungen und Spaß bringen!

Tauchen Sie ein in die Welt des heimischen Kaffeeanbaus und lernen Sie die einzelnen Schritte kennen. Danach können Sie selbst entscheiden, ob Sie dieses langfristige Experiment angehen möchten.

Samen oder Pflanze

Kaffeepflanzen können Sie an verschiedenen Stellen kaufen. Ihr gut sortiertes Gartencenter vor Ort hat wahrscheinlich einige Exemplare. Ansonsten finden Sie online auch viele Verkäufer. Sie haben dabei die Wahl, ob Sie einzelne Samen oder direkt ganze Pflanzen kaufen wollen. Mit Samen fangen Sie etwas früher in der Entstehungskette an. Bei fertigen Pflanzen sparen Sie sich die ersten Schritte.

Preislich gibt es nur einen kleinen Unterschied. Die Samen beginnen bei 1,45 Euro, die Kaffeepflanzen fangen bei 3,99 Euro an. Beachten Sie bei den Samen bitte, dass Sie noch einen Topf und Blumenerde benötigen. (Irgendwie logisch, oder?!)

Wir haben Ihnen ein paar Beispiele aufgelistet, wo Sie fündig werden.

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Unterschiede zwischen Optik und Funktion

Sie können den Kaffeebaum einfach nur als schöne Zimmerpflanze nutzen. Wahrscheinlich wollen Sie aber irgendwann auch den ersten Kaffee aus Ihrem eigenem Anbau genießen. Wenn dem so ist, wählen Sie beim Kauf eine der klassischen Arabica oder Robusta Sorten. Sie erkennen diese an der Bezeichnung Coffea arabica (Arabica) oder Coffea canephora (Robusta).

Aussäen

Wenn Sie sich für die Samen entschieden haben, beginnt alles mit dem Aussäen.

Dafür lohnt es sich, die Samen vorzubereiten. Nehmen Sie die frischen Samen aus der Packung und legen Sie sie für mehrere Stunden in warmes Wasser ein. Wenn die Bohnen zu sprießen beginnen, können Sie mit dem Säen beginnen. Die Kaffeesamen möchten leicht in die Erde gedrückt, aber nicht komplett bedeckt werden.

Der richtige Boden

Egal ob Samen oder fertiger Kaffeestrauch, Kaffeepflanzen mögen einen leicht säuerlichen Boden. Einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 finden sie besonders toll. Entweder fragen Sie im Gartencenter nach so einem Boden oder Sie träufeln regelmäßig etwas Zitronensaft in den Blumentopf. Auf jeden Fall hilft es, den pH-Wert von Zeit zu Zeit mit einem Teststreifen zu überprüfen.

Pflegeanleitung für die Kaffeepflanze

Da die Kaffeebohne ursprünglich aus dem tropischen Afrika kommt, sollte sie auch hier warm und feucht gehalten werden. Achten Sie trotzdem darauf, sie nicht direkt in die Sonne zu stellen. Die besten Orte für eine Kaffeepflanze sind die Küche und das Badezimmer. Wenn sie dort nicht hineinpasst, bitte täglich mit etwas Wasser besprühen. Auch sonst freut sich Ihre neue Zimmerpflanze über tägliches Gießen.

Sobald die Temperaturen draußen über 20 Grad liegen, hält sich die Pflanze auch gerne draußen auf. Dabei ist sie uns Menschen in einem Punkt sehr ähnlich: Sie muss sich langsam an die Sonne gewöhnen, sonst verbrennt sie. Also wie bei uns im ersten Sommerurlaub, lieber erstmal im Schatten anfangen. Zum Winter hin muss die Pflanze dann wieder in die Wohnung.

Erholungsphase

Auch in ihrer natürlichen Umgebung hat die Kaffeepflanze eine Ruhepause. Diese geht von Oktober bis März. In dieser Zeit müssen Sie sie seltener gießen und düngen, die Temperatur kann auch mal bis 15 Grad abfallen. Wenn die Pflanze zu schlapp wird, stellen Sie ihr eine Pflanzenlampe mit indirektem Licht zur Seite.

Erste Ernte

Für die Aufzucht einer Kaffeepflanze brauchen Sie vor allem Geduld. Wenn es gut läuft, können Sie die erste Ernte nach ca. 3 Jahren einfahren. Diese wird dann aber ein echtes Erlebnis. Bevor der Kaffeebaum die reifen Früchte zeigt, bringt er erst mal weiße Blüten hervor, die herrlich nach Jasmin duften.

Die letzten Schritte zum Kaffeegenuss

  1. Rot ist hier die entscheidende Signalfarbe. Wenn die Früchte Ihres Kaffeestrauches eine rote Farbe angenommen haben, sind sie reif. Lassen Sie die Finger von den grünen Beeren, die sind noch nicht fertig.
  1. Pflücken Sie die reifen Beeren vom Baum und öffnen Sie die Kaffeekirsche. Im Fruchtfleisch sehen Sie nun eine helle, gelbe Kaffeebohne, die zweigeteilt ist. Von ihrer Zeit in der Kaffeekirsche ist sie noch feucht. Legen Sie sie zum Trocknen an einen warmen Platz. Die Fensterbank oder die Heizung – nicht voll aufgedreht – sind die Plätze Ihrer Wahl. Wenden Sie die Bohnen ab und zu.
  2. Wenn die Bohnen getrocknet sind, kommt der entscheidende Teil – das Rösten.

Rösten Sie die Bohnen in einer Pfanne – natürlich ohne Öl oder Fett – auf der höchsten Stufe für 10 bis 20 Minuten. Dabei können Sie zusehen, wie sie ihre Farbe verändern. Außerdem wird der unvergleichbare Duft von frisch geröstetem Kaffee durch Ihre Wohnung ziehen. Aber passen Sie auf, die Bohnen dürfen nicht schwarz werden.

  1. Jetzt haben Sie mindestens drei Jahre gewartet um Ihren eigenen Kaffee probieren zu können. Doch Sie müssen weiterhin stark sein. Der Kaffee muss noch mal 12 bis 72 Stunden ziehen, da er erst dann sein volles Aroma entfaltet.
  2. Dann ist es aber soweit: Kaffee mahlen und aufgießen!!

Fazit

Macht es Arbeit? Klar! Bringt es Spaß? Meistens!

Lohnt es sich? Diese Frage können Sie sich wohl nur selber beantworten. Wenn Sie den Text aber bis hierhin gelesen haben, ist die Antwort sehr wahrscheinlich ja.

Mit Sicherheit werden Sie mit einer Kaffeepflanze nicht Ihren gesamten Kaffeekonsum decken können. Sie werden also auch weiterhin den Händler Ihres Vertrauens aufsuchen und dort hervorragenden Kaffee kaufen.

Wir empfehlen Ihnen trotzdem es auszuprobieren. Es ist von Vorteil, wenn Sie auch sonst schon mit Pflanzen umgehen können und nicht nur Gummibäume in Ihrer Nähe überleben. Zum Glück ist alles erlernbar. Das gilt auch für die Aufzucht eines Kaffeebaumes und die Verarbeitung der Früchte. Und sollte es am Ende mit der Ernte doch nicht wie gewünscht klappen, haben Sie wenigstens über mehrere Jahre eine wunderschöne Pflanze in Ihrer Wohnung gehabt.

Also, auf geht’s! Bauen Sie Ihren eigenen Kaffee an!

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