Kaffeevollautomat Test

Kaffeevollautomaten: Alles, was Sie wissen müssen

Kaffeevollautomaten bieten den bequemsten Weg, auch in den eigenen vier Wänden gehobene Kaffeegetränke wie Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato zu genießen. Mit Preisen ab knapp unter 300 Euro sind sie inzwischen auch für den größten Teil der Bevölkerung erschwinglich. Dementsprechend erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit: Im Jahr 2016 war in 14,3 Prozent der deutschen Haushalte ein Kaffeevollautomat zu finden. 2015 waren es noch 13,1 Prozent gewesen, ein Jahr davor 12,4 Prozent (destatis).

Unterdessen bringen die Hersteller ständig neue Modelle auf den Markt, die das ganze Spektrum von der Minimallösung bis zum Luxusgerät abdecken. Letzteres kommt dann mitunter in Edelstahl mit Tassenbeleuchtung, doppeltem Mahlwerk, farbigem Touch-Display und Fernsteuerung per Smartphone.

Kaffeevollautomaten gibt es für die Gastronomie und für Privathaushalte, wobei die ersteren vor allem robuster und schneller sind. Sofern sich ein Betrieb aber mit seinem Kaffeeangebot schmücken will, wird er eher zur Siebträger-Maschine greifen, denn die ganz hohe Espressokunst beherrscht ein Kaffeevollautomat nicht.

Was genau ist ein Kaffeevollautomat?

Ein Kaffeevollautomat zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er Espresso und Milchschaum zubereiten kann. Beides geschieht im Idealfall automatisch, so dass der Besitzer nur eine Trinkgefäß unter den Auslauf stellen und eine Taste betätigen muss. Bei günstigeren Geräten geht es nicht ganz so bequem zu, denn sie bieten zum Milchaufschäumen nur eine Wasserdampfdüse an, auch Milchschaumlanze genannt. Diese hält man eine Weile in das mit Milch gefüllte Trinkgefäß, um die Milch aufzuschäumen.

Praktisch macht das vielen Haushalten allerdings keinen großen Unterschied, denn die Milch steht meist im Kühlschrank und muss zur Getränkezubereitung herausgeholt und durch einen Schlauch mit dem Gerät verbunden werden. Außerdem sollten Schlauch und Düse bald nach der Zubereitung gereinigt werden. Dies können nur höherpreisige Geräte selbst. Die Milchschaumzubereitung lässt sich also ohnehin nur mit Einschränkungen auf einen Tastendruck reduzieren.

Was aber in jedem Fall vollautomatisch erfolgt, ist die Espressozubereitung. Im Inneren des Kaffeevollautomaten befindet sich dazu ein Behälter mit Kaffeebohnen, eine Kaffeemühle, die hier Mahlwerk heißt, ein Wassertank und die sogenannte Brühgruppe. Hier wird heißes Wasser unter einem Druck von 9 bar durch die frisch gemahlene Portion Kaffee gepresst. Dazu ist tatsächlich nichts weiter zu tun, als eine Taste zu drücken. Allerdings muss der Automat aufheizen, wenn er nicht vor Kurzem erst benutzt wurde. Außerdem verlangen das Nachfüllen der Bohnen und des Wassers sowie die Reinigung und Pflege nach aktivem Eingreifen des Besitzers. Trotzdem ist der Aufwand deutlich geringer als bei einer Espressomaschine, zu deren Benutzung außerdem eine Kaffeemühle nötig ist.

Espressozubereitung

Kaffeevollautomaten können durchaus einen gelungenen Espresso zubereiten. Doch die hohe Barista-Kunst besteht nicht zuletzt darin, einzelne Variablen wie Mahlgrad, Durchlaufzeit des Wassers und Kaffeepulvermenge nach Bedarf zu verändern, sei es, um das Optimum aus verschiedenen Espressosorten herauszuholen, oder einfach aus Lust an der Abwechslung. Zwar erlauben Kaffeevollautomaten, solche Variablen einzustellen, doch der Spielraum ist dabei begrenzt.

Das heikelste Problem betrifft den Mahlgrad des Kaffees. Ein guter Espresso italienischer Art verlangt nach einem sehr feinen Mahlgrad, um die starke Extraktion der Aromen und den intensiven Geschmack eines Espressos zu gewährleisten. Filterkaffee ist demgegenüber ein großes Stück gröber gemahlen. Noch feinere Mahlgrade als beim Espresso sind nur beim türkischen Mokka üblich.

Mit dem feinem Mahlgrad, der bei der Espressozubereitung sonst üblich ist, tun sich Kaffeevollautomaten schwer. Das Befüllen und das Ausleeren des Kaffeesiebs muss hier automatisch ablaufen, und dabei bringt zu feines Pulver einen Hang zum Verstopfen der Mechanik mit sich. Deswegen ist der Espresso aus dem Kaffeevollautomaten in der Regel aus gröberem Kaffeemehl gebrüht als der aus einer Siebträger-Espressomaschine. Das geht zu Lasten der Extraktion und des Aromas. Die Hersteller sind jedoch bemüht, diesen Nachteil durch Verfeinerung der Brühtechnik auszugleichen, und das gelingt ihnen immer besser. Bei einem guten Gerät mit den richtigen Einstellungen dürften sich nur Kaffeetrinker mit höheren Ansprüchen an dem Unterschied stören.

Unterhalb der kritischen Grenze des Mahlgrads lässt sich dieser bei Kaffeevollautomaten meist mehr oder weniger frei einstellen. Außerdem gehören Einstellungsmöglichkeiten für die Wassermenge und die Kaffeepulvermenge pro Getränk zur Grundausstattung. In höheren Preisklassen lässt sich darüber hinaus gelegentlich auch die Temperatur des Espressos programmieren. Der Schweizer Hersteller Nivona wartet zudem mit sogenannten Aromaprofilen auf, bei denen der Automat während des Brühens den Wasserdruck und die Durchlaufzeit in verschiedener Weise variiert, um dem Espresso unterschiedliche Geschmacksnoten zu entlocken. Solche Features gehören aber bereits zur Spitzenklasse.

Ein weiterer Nachteil gegenüber traditionellen Formen der Espressozubereitung besteht darin, dass es bei Kaffeevollautomaten nicht vorgesehen und mühsam ist, im Alltag häufiger zwischen verschiedenen Kaffeesorten zu wechseln. Man müsste dazu jedesmal den gesamten Inhalt des Bohnenbehälters austauschen. Außerdem befinden sich in der Regel noch Restbohnen in der Mechanik oberhalb des Mahlwerks, sodass die neu eingefüllten Bohnen erst nach mehreren Brühvorgängen ganz zum Zuge kommen.

Um dieser Einschränkung abzuhelfen, gibt es vereinzelt Kaffeevollautomaten mit zwei Bohnenbehältern und Mahlwerken auf dem Markt, etwa den Giga 5 von Jura oder den EQ.9 s900 von Siemens. Da dies aber technisch aufwändig ist, kann man nur bei Oberklasse-Geräten mit einer solchen Ausstattung rechnen.

Eine günstigere Lösung bietet z.B. Melitta beim Caffeo CI an, der nur ein Mahlwerk, aber zwei Bohnenbehälter hat, zwischen denen Benutzer bequem durch Betätigung eines Hebels wechseln können. Eine gute Idee, die Schule machen könnte. Eine ähnlich pragmatische Lösung findet man beim Saeco Moltio, und zwar in Form zweier leicht auswechselbarer Bohnenbehälter. Das Problem der störenden Restbohnen beim Wechsel zwischen zwei Sorten ist damit allerdings nicht gelöst.

Milchschaumzubereitung

Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist jeder Kaffeevollautomat mit einem Milchschaumsystem ausgestattet. Diese Ausnahmen wären vielleicht mit Espressoautomat treffender benannt. Doch sie sind zu wenige für eine eigene Produktkategorie und technisch gesehen tatsächlich nur abgespeckte Kaffeevollautomaten. Hier ist die Nachfrage begrenzt, denn die meisten Liebhaber guten, puren Espressos werden eher zur authentischen Espressomaschine greifen.

Wie eingangs erwähnt, sind bei den aktuellen Kaffeevollautomaten verschiedene Systeme zur Milchschaumzubereitung im Einsatz. Die technisch einfachere Lösung ist die Milchschaumlanze, die nicht viel mehr tut, als Wasserdampf auszustoßen. Sie ist vor allem bei Einsteiger- und Mittelklassegeräten zu finden. Dabei erfolgt die Milchschaumzubereitung also eher halbautomatisch, denn der Besitzer muss manuell sein Trinkgefäß darunter halten, bis die Milch heiß und aufgeschäumt ist. Ein Vorteil dabei ist, dass der Reinigungsaufwand sinkt, weil der Automat nur begrenzt mit Milch in Berührung kommt.

Bei der vollautomatischen Variante saugt das Gerät durch einen Schlauch kalte Milch ein, erhitzt sie im Inneren, schäumt sie auf und lässt den fertigen Milchschaum an der Vorderseite durch den Auslauf in die Tasse fließen. Bei manchen Kaffeevollautomaten speist sich das System aus einem im Gehäuse integrierten Milchbehälter. Andere sehen vor, den Milchschlauch in einen externen Milchbehälter einzuführen. Dies kann auch einfach die Milchpackung aus dem Supermarkt sein. Das ist bequem, sieht aber nicht allzu elegant aus. Daher haben viele Hersteller spezielle Milchbehälter im Programm.

Das Milchaufschäumen ist technisch nicht allzu anspruchsvoll, so dass die meisten Kaffeevollautomaten auch in den unteren Preisklassen die Aufgabe gut bewältigen. Störend ist dabei, wenn aus der Schaumlanze zu viel Wasser austritt oder die Milch beim automatischen System nicht heiß genug wird. Hinsichtlich solcher Details helfen letztlich nur gute Testberichte oder am besten eigene Tests, einen Fehlkauf auszuschließen.

Filterkaffee und Sonstiges

Der Espresso ist bei einem Kaffeevollautomaten immer das Wichtigste. Schließlich ist seine Zubereitung am aufwändigsten. Filterkaffee und Milchschaum sind auch mit einfacheren Methoden in guter Qualität herzustellen. Hier ist darauf hinzuweisen, dass die verbreiteten Herdkännchen nach Bialetti-Prinzip keinen richtigen Espresso zubereiten, da sie bei Weitem nicht auf den nötigen Wasserdruck kommen. Das ist unter anderem daran zu erkennen, dass der mit ihnen gebrühte Espresso (eigentlich Kaffee) keine Crema hat. So bezeichnet man die hellbraune Schaumschicht, die zum Espresso eigentlich dazugehört und durch das Pflanzenöl in den Kaffeebohnen zustande kommt.

Die meisten Kaffeevollautomaten haben auch Filterkaffee im Programm und verfügen dazu über ein Fach zum Einfüllen des Kaffeepulvers. Doch dieser Filterkaffee ist meist von minderer Qualität. Einen guten Filterkaffee zu brühen ist nicht ganz so einfach, wie die herkömmlichen Filterkaffeemaschinen im Handel es vermuten lassen.

Die Extraktionszeit sollte auf den Mahlgrad abgestimmt, die Extraktion gleichmäßig und das Wasser nicht zu heiß sein, d.h. auf keinen Fall noch kochend, um den Kaffee nicht zu verbrühen. Hier sind gängige Filterkaffeemaschinen oft nicht zufriedenstellend durchdacht und ausgestattet. Für die Hersteller von Kaffeevollautomaten hat unterdessen die Filterkaffee-Funktion ihrer Geräte schlicht keine Priorität und ist entsprechend wenig ausgefeilt.

Hinzu kommt, dass diese Funktion nur vorgemahlenes Kaffeepulver verarbeiten kann. Da

Besitzer von Kaffeevollautomaten in der Regel keine zusätzliche Kaffeemühle besitzen, müssen sie vom Handel vorgemahlenes Kaffeepulver verwenden. Bei diesem liegen die Röstung und das Mahlen meist so lange zurück, dass bereits viel Aroma verloren ist. Deshalb ist die Verwendung bei höheren Qualitätsansprüchen nicht zu empfehlen.

Häufig bieten Kaffeevollautomaten noch weitere Milchkaffeegetränke an. Dabei werden meist einfach die relativen Mengen an Wasser, Kaffeepulver und Milchschaum variiert. Der übliche “Caffè Crèma” zum Beispiel wird gebrüht wie ein Espresso, aber mit einer größeren Wassermenge. Eine andere Bezeichnung dafür ist Café Lungo. Ein Ristretto wiederum ist ein Espresso mit nur halber Wassermenge, also ein besonders kräftiger.

In der Regel erlauben Kaffeevollautomaten, für jedes der vorgesehenen Getränke eigene Einstellungen vorzunehmen und zu speichern. Von einigen Modellen der Mittelklasse aufwärts können darüber hinaus verschiedene Getränkeeinstellungen für mehrere Nutzer des Geräts gespeichert werden.

Hygienefunktionen

Die Automatisierung der Kaffeezubereitung bringt es mit sich, dass die Mechanik auf engem Raum im Inneren des Gehäuses arbeitet, wobei es heiß und feucht zugeht. Hinzu kommt noch das nährstoffreiche Kaffeepulver, das bei mangelnder Hygiene ein gefundenes Fressen für Bakterien und Pilze abgibt. Damit es dazu nicht kommt, muss also auch die regelmäßige Reinigung zumindest teilweise automatisch geschehen.

Standardmäßig verfügen Kaffeevollautomaten über Reinigungs- und Entkalkungsprogramme, die in regelmäßigen Abständen selbstständig in Aktion treten und die gesamte Mechanik im Inneren des Gehäuses abdecken. Zum manuellen Putzen und Spülen bleiben also nur die Außenseite des Gehäuses, die Abtropfschale und ihre Abdeckung, der Auffangbehälter für verbrauchte Kaffeepucks sowie die Teile, die mit Milch in Berührung kommen. In höheren Preisklassen werden auch die Reinigungsfunktionen komfortabler und beziehen mitunter auch das Milchschaumsystem vollständig ein.

Dass sich in den Wasser führenden Bestandteilen allmählich Kalk ansammelt, ist nicht zu vermeiden. Es lässt sich jedoch verlangsamen, indem man entkalktes Wasser verwendet. Daher ist bei Kaffeevollautomaten in der Regel vorgesehen, einen entsprechenden Filter in den Wassertank einzusetzen. Dies ist nicht zwingend, aber auch zugunsten des Geschmacks der gebrühten Getränke zu empfehlen. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass weniger häufig das Entkalkungsprogramm laufen lassen muss, wenn der Automat mit Filter betrieben wird – und im Alltag kommen einem die Pflegeprogramme schon manchmal in die Quere.

Was macht die Qualität eines Kaffeevollautomaten aus?

Ein Kaffeevollautomat ist schon ab etwa 300 Euro zu haben – kann aber auch das Zehnfache kosten. Sind es nur die Luxusfeatures und vielleicht die Markennamen, die den Preisunterschied ausmachen, oder steckt mehr dahinter? Woran bemisst sich, welches besser ist, wenn zwei Geräte das gleiche kosten?

Wie bei anderen Produkten auch, hat Qualität ihren Preis. Trotzdem ist nicht immer Verlass darauf, dass hinter einem höheren Preis ein besseres Produkt steckt – oder dass ein günstiges nichts taugt. Die folgenden Abschnitte stellen die wichtigsten Qualitätskriterien im Überblick vor. Letztlich haben alle gemeinsam, dass für eine informierte Kaufentscheidung zumindest gute Testberichte und Kundenrezensionen nötig sind.

Getränke

Die Getränkequalität dürfte für die meisten Interessierten das Wichtigste sein. Ein Kaffeevollautomat muss einen guten Espresso und Milchschaum hinbekommen. Andere Milchkaffeegetränke beruhen im Wesentlichen auf dieser Basis, egal ob vor- oder selbstprogrammiert. Eine breite Palette von Kaffeevariationen mit wohlklingenden italienischen Namen ist daher nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. Sie ist komfortabel für Benutzer, die gerne häufig die Rezepturen wechseln, doch diese Rezepturen beruhen im Wesentlichen auf Variationen von Wasser-, Kaffee- und Milchschaummenge. Diese Möglichkeiten der Variation bieten günstige Modelle meist auch.

Material

Kaffeevollautomaten für Einsteiger sind überwiegend aus Kunststoff gefertigt, während in den höheren Preisklassen mehr Edelstahl, Aluminium und Chrom zum Einsatz kommt. Das ist vor allem eine ästhetische Frage. Gehäuse aus Edelstahl oder gebürstetem Aluminium sehen edler und eleganter aus. Einsteiger-Geräte verwenden oft silbernen Kunststoff, um den Edelstahl-Look zu imitieren.

Auch bei beweglichen Teilen wie der Auffangschale, ihrer Abdeckung und dem Milchbehälter gilt die Faustregel, dass sie bei günstigen Kaffeevollautomaten aus Kunststoff sind und Edelstahl-Varianten den höheren Preisklassen vorbehalten bleiben. Manchmal entscheiden sich die Hersteller aus Design-Gründen allerdings auch bei Luxusgeräten für ein Kunststoffgehäuse.

Ein anderer interessanter Materialunterschied begegnet einem beim Mahlwerk. Dieses besteht bei Kaffeevollautomaten entweder aus Edelstahl oder aus Keramik. Für die Langlebigkeit oder die Qualität des Mahlguts hat das keine Bedeutung – beide Materialien sind robust und erfüllen ihren Zweck. Edelstahl-Mahlwerke sind allerdings lauter. Wer sich an der Geräuschkulisse beim Kaffeebrühen stört, sollte darauf achten.

Lautstärke

Das Material des Mahlwerks – siehe oben – ist ein wichtiger Faktor der Lautstärke eines Kaffeevollautomaten, aber nicht der einzige. Auch andere Vorgänge wie das Aufbrühen und Pumpen des Wassers, das Aufschäumen der Milch und das Befüllen und Ausleeren der Brüheinheit machen Geräusche. Außerdem hat das Innenleben des Automaten um das Mahlwerk herum eine gewisse schallisolierende Wirkung. Daraus ergeben sich unterschiedliche Lautstärken, die sich nicht aus der Produktbeschreibung ablesen lassen.

Ab der gehobenen Mittelklasse findet man Modelle, die gezielt für eine möglichst geringe Lärmentwicklung konstruiert oder schallisoliert sind. Natürlich bewerben die Hersteller dies dann auch entsprechend.

Viele Interessierte haben das Lärmproblem zunächst nicht im Blick, da es bei den meisten herkömmlichen Verfahren keinen Lärm verursacht, zu Hause Kaffee zu kochen. In Haushalten mit mehreren Mitgliedern und ebenso in Büros kann ein lauter Kaffeevollautomat aber durchaus ein Konfliktfaktor sein.

Bedienung

Fast alle Kaffeevollautomaten sind mit einem Display ausgestattet, das die Bedienung vereinfacht. In der Einsteigerklasse findet man meist kleine, einfache und einfarbige Displays sowie eine Reihe von mechanischen Tasten. Am anderen Ende der Preisspanne breiten sich hochauflösende Farb-Displays aus, gelegentlich auch mit Touch-Funktion.

Programmierbarkeit

Wie schon erwähnt, ist bei den Einstellungsmöglichkeiten grundlegend, dass der Mahlgrad sowie die Wasser- und Kaffeemenge pro Getränk verändert werden können. Das ist in der Regel bei allen gängigen Modellen gegeben. Dabei ist die Spanne der möglichen Einstellungen allerdings begrenzt. Neben den Schwierigkeiten bei feineren Mahlgraden fällt häufig auf, dass die Wassermenge für einen Espresso sich nur auf etwa 25 bis 30 Milliliter herunterregeln lässt. Nach den Maßstäben der Gastronomie sollte es eigentlich möglich sein, einen Espresso mit 20 Milliliter Inhalt zu brühen. Es ist unklar, warum die Hersteller das nicht zulassen. Ein Ristretto ist damit bei den meisten Kaffeevollautomaten ausgeschlossen.

Freiere Einstellungsmöglichkeiten sind immer von Vorteil und können nicht schaden. Jede an einem Kaffeevollautomaten vorgenommene Einstellung lässt sich in der Regel dauerhaft speichern. Das ist umso vorteilhafter, wenn mehrere Speicherplätze für die individuellen Nutzer des Geräts zur Verfügung stehen. Bei verschiedenen Geschmäckern geht es zu Lasten des Komforts, die bevorzugten Einstellungen regelmäßig neu vornehmen zu müssen, und es kommt mitunter zu unerwünschten Schwankungen in den Details der Zubereitung.

Mehr in den Luxusbereich gehen Funktionen zur Programmierung der Dauer, nach der sich ein Kaffeevollautomat selbst abschaltet, oder sogar einer Uhrzeit für ein automatisches Einschalten. Je nach individuellen Gewohnheiten können diese Optionen die Nutzung spürbar angenehmer machen.

Reinigung

Gut funktionierende Reinigungsprogramme sind wichtig für die Hygiene, automatisches Entkalken verlängert die Lebensdauer eines Kaffeevollautomaten. Bei den meisten Geräten lässt sich darüber hinaus die Brühgruppe durch eine Klappe herausnehmen. Dies ist das Herz der Mechanik eines Kaffeevollautomaten. Es kann der Hygiene nur nützen, wenn es auf diese Weise möglich ist, von Zeit zu Zeit einen Blick ins Innere des Gehäuses zu werfen und die Brühgruppe zusätzlich manuell zu reinigen.

Zu den hygienischen Eigenschaften eines Kaffeevollautomaten gehört außerdem der Aufwand zur Reinigung des Milchschaumsystems. Diese erfolgt meist nur bei höherpreisigen Geräten automatisch. Als weitere Erwägung ist zu bedenken, ob bewegliche Teile wie die Auffangschale an der Front für den Geschirrspüler geeignet sind.

Schnelligkeit

Die Schnelligkeit, mit der ein Kaffeevollautomat arbeitet, gehört ebenfalls zu den Faktoren, die man aus der Ferne nicht beurteilen kann. Da es bei diesen Geräten aber um den Komfort geht, spielt sie durchaus eine Rolle – und das umso mehr, je häufiger das Gerät benutzt wird. In Firmen bildet sich vor Meetings oder zum Schluss der Mittagspause schon mal eine Schlange am Kaffeevollautomaten. Auch wer zu Hause viele Gäste bewirtet, möchte dabei nicht allzu viel Zeit in der Küche verbringen.

Nach dem Einschalten braucht ein Kaffeevollautomat eine Weile zum Aufwärmen und zum Spülen. Dies ist neben der Brühzeit für die einzelnen Getränke zu bedenken. In höheren Preisklassen ist in der Regel mit kürzeren Wartezeiten zu rechnen.

Robustheit

Neben möglichst kurzen Wartezeiten ist auch die Robustheit ein wichtiger Punkt, wenn ein Kaffeevollautomat stark beansprucht werden soll. Eine wirklich gute Verarbeitung ist eher in höheren Preisklassen zu erwarten. Bei Geräten mit Preisen um 1000 Euro ist der Unterschied zu solchen für die Hälfte schon deutlich zu spüren – auch wenn sie in einem Kunststoffgehäuse stecken.

Als allgemeines Fazit kann man sagen, dass Singles oder auch Paare durchaus Chancen haben, einen Kaffeevollautomaten für wenige Hundert Euro zu finden, der ihre Kaffeebedürfnisse voll abdeckt. Soll aber eine ganze Bürobelegschaft oder ein entsprechend großer Haushalt versorgt werden, ist aus verschiedenen Gründen zu empfehlen, sich zumindest in Richtung der Mittelklasse zu orientieren.

Einsteiger-, Mittel- und Luxusklasse: Wo sind die Unterschiede?

Dieser Abschnitt dient als Überblick der Qualität und Ausstattungsmerkmale, die in den verschiedenen Preisklassen bei Kaffeevollautomaten zu erwarten sind. Die Angaben sind nur als grobe Orientierung zu verstehen, da immer mal wieder ein Gerät nach oben oder nach unten aus der Reihe fällt.

Die Einsteigerklasse: 200 bis 600 Euro

Kaffeevollautomaten sind zu Preisen ab knapp über 200 Euro zu bekommen. An der Untergrenze finden sich einige wenige absolute Spar-Modelle, die in Ausstattung, Funktionsumfang, Verarbeitung und Material nur die grundlegende Anforderungen erfüllen. Meist sind sie nur mit einem manuellen Milchschaumsystem ausgestattet, vereinzelt auch mit gar keinem. Displays sind klein und einfach oder fehlen ganz.

Je nach individuellem Bedarf und Design-Geschmack können Geräte ab etwa 300 Euro aber durchaus zufriedenstellend sein. Wenn viele Personen mit verschiedenen Ansprüchen bewirtet werden sollen, sind sie eher nicht zu empfehlen, da sie schneller verschleißen, langsamer arbeiten und weniger Einstellungs- und Speichermöglichkeiten bieten.

Die Mittelklasse: 600 bis 1200 Euro

In der Mittelklasse wird der Funktionsumfang merklich größer, und da die Hersteller dabei verschiedene Wege einschlagen, steht auch eine größere Auswahl zur Verfügung. Die Einstellungsmöglichkeiten werden größer, individuelle Nutzerprofile kommen ins Spiel und man erhält zum Kaffee auch den Milchschaum auf Knopfdruck. Bei der Annäherung an die 1000-Euro-Marke werden Design und Verarbeitung deutlich höherwertiger und die Bedienung einschließlich Display raffinierter. Diese Preisklasse empfiehlt sich für kleinere Bürogemeinschaften und größere Haushalte.

Die Luxusklasse: von 1200 Euro aufwärts

Die Luxusklasse bietet Design und Verarbeitung auf hohem Niveau, vielfältige Einstellungen, individuelle Nutzerprofile, elegante Bedienelemente und weitere Komfort-Funktionen, die von Gerät zu Gerät variieren. Dies reicht etwa von einem doppelten Mahlwerk über eine schicke Tastenbeleuchtung bis hin zur App-Steuerung über WLAN oder Bluetooth. Die Automaten arbeiten flotter und leiser. Luxusgeräte empfehlen sich für Kaffeefreunde, die sich den besonderen Komfort einfach gönnen wollen und können, für ein repräsentatives Bild in der Büroküche sowie für eine stärkere Beanspruchung.

Welche Hersteller gibt es?

Hier ein Überblick der führenden Hersteller von Kaffeevollautomaten, die auf dem deutschen Markt zu haben sind.

Bosch

Das bekannte Unternehmen Bosch bietet Kaffeevollautomaten von der Einsteiger- bis zur Luxusklasse. Die letztere trägt den Namen VeroSelection. Daneben gibt es die Kategorie VeroAroma mit gehobenen Mittelklassegeräten um die 1000 Euro, und VeroCafe mit günstigeren Modellen für rund 300 bis 700 Euro. Außerhalb dieser Reihen bietet Bosch für den Luxusbedarf einen Einbau-Kaffeevollautomaten an.

Die Bosch-Geräte kommen von der Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH, dem größten Hersteller von Haushaltsgeräten in Europa. Dort werden auch die Kaffeevollautomaten von Siemens gefertigt. Daher tauchen viele baugleiche oder fast baugleiche Modelle unter beiden Marken mit verschiedenen Namen auf.

DeLonghi

DeLonghi ist ein italienisches Unternehmen mit über 100-jähriger Geschichte. Der Kaffeevollautomat ECAM 22.110.B gehört mit einem Preis von etwa 280 Euro zu den günstigsten Geräten auf den Markt und ist aufgrund seiner trotzdem guten Qualität ein Bestseller im Onlinehandel. Die meisten Kaffeevollautomaten von DeLonghi bleiben im dreistelligen Preisbereich. Die Luxusmodelle tragen den Namenszusatz “PrimaDonna” und kosten bis zu 1700 Euro. Eine App-Steuerung hat erstmals der DeLonghi ECAM 656.55.MS PrimaDonna Elite an Bord.

Jura

Jura ist ein Schweizer Unternehmen, das auf Kaffeevollautomaten spezialisiert und als Qualitäts- und Edelmarke bekannt ist. Dies wird auch durch die Vertriebsstrategie unterstützt, Jura-Geräte nur im Fachhandel und nicht online anzubieten. Indirekt kommen sie über die Shops der Fachhändler dann allerdings trotzdem im Internet an.

Ab etwa 700 Euro hat man bei Jura eine gewisse Auswahl. Spitzengeräte übersteigen weit die 2000-Euro-Marke. Das aktuelle Flaggschiff Giga 5 mit zwei Mahlwerken, zwei Heizsystemen für die schnelle Zubereitung von zwei Getränken gleichzeitig und App-Steuerung liegt bei rund 3400 Euro.

Krups

Krups begann als deutsches Unternehmen schon im 19. Jahrhundert in Solingen, wo es immer noch seinen Sitz hat. Inzwischen gehört die Marke zum französischen Konzern Groupe SEB. Krups bietet eine vergleichsweise große Auswahl an Kaffeevollautomaten für Einsteiger im Preisbereich zwischen 200 und 500 Euro. Dafür verzichtet das Unternehmen weitgehend auf Produkte in der Luxusklasse.

Melitta

Melitta deckt mit seinen Kaffeevollautomaten ein ähnliches Marktsegment ab wie Krups. Die Spanne der vom Hersteller empfohlenen Preise reicht von rund 300 bis 1500 Euro, wobei zu bedenken ist, dass die tatsächlichen Marktpreise meist einige Monate nach Vorstellung eines neuen Modells stark sinken. Der Melitta Caffeo CI mit seinen zwei Bohnenfächern ist eine der günstigsten Lösungen für den Betrieb mit zwei verschiedenen Kaffeesorten.

Miele

Miele ist wahrscheinlich den meisten durch seine hochwertigen und unverwüstlichen Waschmaschinen bekannt. Die Kaffeevollautomaten von Miele stehen in dieser Tradition. Die Preise sind überwiegend vierstellig und die Geräte wuchtig, mit einem reduzierten, aber eleganten Design in eckiger Formgebung. Aber auch technische Finessen wie Touch-Displays oder Getränkeausläufe, die sich automatisch der jeweiligen Tassenhöhe anpassen, sind bei Miele zu finden. Die Produktpalette umfasst neben den Stand- auch Einbau-Kaffeevollautomaten.

Nivona

Nivona ist ein jüngerer und noch weniger bekannter Schweizer Hersteller mit ähnlicher Ausrichtung wie Jura. Die Kaffeevollautomaten von Nivona liegen allerdings eher in der mittleren Preisspanne zwischen 500 und 1200 Euro. Das Spitzengerät CafeRomatica 1030, das sich primär an Firmen richtet, kostet rund 2000 Euro. Nivona wirbt bei neueren Geräten mit einem eigenen Patent für die Brühtechnik. Durch verschiedene, auswählbare Variationen der Durchlaufgeschwindigkeit und des Wasserdrucks sollen dem Kaffee unterschiedliche “Aromaprofile” entlockt werden. Wie Jura vertreibt auch Nivona seine Geräte nur über den Fachhandel.

Philips

Philips ist mit seiner sehr breiten Produktpalette auch im Markt der Kaffeevollautomaten präsent. Der Fokus liegt auf dem unteren und mittleren Preissegment. Die Spitzenklasse bespielt der Philips-Konzern stärker mit seiner italienischen Tochterfirma Saeco, die insgesamt deutlich mehr verschiedene Kaffeevollautomaten anbietet. Typisch für Saeco ist eine schmale Bauform mit einer Andockstelle für einen externen Milchbehälter an der Front des Automaten, die praktisch und platzsparend ist, aber optisch etwas gedrängt wirkt.

Siemens

Siemens bietet schwerpunktmäßig Kaffeevollautomaten der Mittel- und Oberklasse an. Die Spitzengeräte mit Preisen weit über 1000 Euro gehören zu den Baureihen EQ.6 und EQ.9. Der Siemens EQ.9 s900 bietet wie der Giga 5 von Jura zwei vollständig voneinander unabhängige Mahlwerke mit Bohnenbehälter. Er gehört außerdem zu den leisesten Kaffeevollautomaten auf dem Markt und ist in einer Variante mit App-Steuerung verfügbar. Einige Kaffeevollautomaten von Siemens sind unter anderem Namen auch bei Bosch erhältlich (siehe oben).

Klein, mittel, groß: Beispiele und Kauftipps

In diesem Abschnitt werden einige Kaffeevollautomaten als beispielhafte Angebote aus den hier unterschiedenen Preisklassen vorgestellt. Dabei steht jeweils ein Gerät im Vordergrund, während jeder Abschnitt abschließend auf Alternativen hinweist. Alle hier erwähnten Kaffeevollautomaten haben sich in Tests bewährt und sind – je nach individuellen Bedürfnissen – gute Kaufoptionen.

Günstig: DeLonghi ECAM 22.110.B

In der niedrigsten Preisgruppe zwischen 200 und 300 Euro gibt es nicht allzu viel Auswahl, und die Qualität ist nicht immer zufriedenstellend. Hier dürfte der DeLonghi ECAM 22.110.B bis auf Weiteres die beste Wahl sein. Nur für Interessierte, die keinen Milchschaum benötigen, gibt es mit dem Melitta Caffeo Solo eine attraktive Alternative. Dieser bringt zum etwa gleichen Preis ebenfalls eine gute Leistung und sieht für ein Einsteiger-Gerät überraschend hochwertig aus.

Die optische Erscheinung ist eher ein Minuspunkt für den DeLonghi ECAM 22.110.B, denn sein schwarzes Kunststoffgehäuse macht aus seinem günstigen Preis kein Geheimnis. Doch im Inneren steckt eine ordentliche Ausstattung, die alle grundlegenden Ansprüche an einen Kaffeevollautomaten erfüllt – wobei immer zu bedenken ist, dass man in dieser Preisklasse noch keine technischen Wunder erwarten kann.

Äußerst positiv fällt auf, dass eine genaue Einstellung der Wassermenge für einen Espresso je nach Präferenz des Besitzers möglich ist. Diese Funktion ist teilweise bei deutlich teureren Geräten nur mit Einschränkungen gegeben.

Gespart hat DeLonghi unter anderem am Display, das hier vollkommen fehlt. Für den Milchschaum gibt es eine einfache Schaumlanze, also keine volle Automatik. Dies ist aber ausreichend und kommt auch bei Geräten für einige hundert Euro mehr vor.

Neben der Wassermenge lässt sich auch die Kaffeestärke regulieren, womit die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten abgedeckt sind. Zur Reinigung lässt sich das Gehäuse öffnen und die Brühgruppe mit wenigen Handgriffen herausnehmen. Der Betrieb mit Wasserfilter ist möglich.

Solide: Bosch veroAroma 700 / Siemens EQ.6 700

Die Bezeichnungen Bosch veroAroma 700 und Siemens EQ.6 700 stehen für dasselbe Modell, das von der Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH gefertigt wird. Wer sich das Gerät anschaffen möchte, kann sich nach der Optik oder dem Preis beliebig für Bosch oder Siemens entscheiden. In den wesentlichen Produkteigenschaften gibt es keinen Unterschied. Der Preis liegt bei etwas über 800 Euro.

Einige Ausstattungsmerkmale, die den Unterschied zum Einsteigergerät DeLonghi ECAM 22.110.B erkennen lassen:

  • Automatisches Milchschaumsystem mit eigener Reinigungsfunktion statt Schaumlanze
  • Zubereitung von zwei Getränken gleichzeitig auf Knopfdruck
  • Einstellung der Getränketemperatur in drei Stufen
  • Gehäuse aus Edelstahl – wertiges Design
  • Beleuchtete Tassenabstellfläche
  • Abtropfschale mit Füllstandssensor

Der größte Vorzug – neben der Optik, sofern man darauf Wert legt – ist hier das automatische Milchschaumsystem. Eine Temperatureinstellung kann ebenfalls von großem Vorteil sein, da die Geschmäcker in diesem Punkt sehr verschieden sind.

Eine kleine Erläuterung zum Produktversprechen “zwei Getränke gleichzeitig” ist angebracht: Der Automat kann die zwei gewünschten Espressos nur nacheinander brühen. Dadurch verlängert sich die Zubereitungszeit entsprechend. Die Funktion ermöglicht lediglich, zwei Tassen gleichzeitig unter je einen der zwei Ausläufe zu stellen und beide auf Knopfdruck füllen zu lassen. Sie erhöht also den Bedienkomfort, aber nicht wesentlich die Schnelligkeit der Zubereitung.

Ein Schwachpunkt ist das Fehlen individuell speicherbarer Nutzerprofile, die in der Mittelklasse eigentlich kein übertriebener Anspruch sind. Die Voreinstellungen lassen sich verändern, aber es ist nicht möglich, für mehrere Nutzer parallel verschiedene Einstellungen zu speichern. Wie stark dieser Faktor stört, hängt davon ab, wie viele verschiedene Geschmäcker das Gerät bedienen soll, wie weit diese auseinander liegen und wie häufig das Gerät benutzt wird.

Eine interessante Alternative in derselben Preislage bieten die Kaffeevollautomaten der Reihe Melitta Caffeo Barista. Bei diesen können je nach Modell 4 bis 8 individuelle Nutzerprofile gespeichert werden.

Spitze: Miele CM 7500

Der Miele CM 7500 ist ein Kaffeevollautomat der Spitzenklasse mit einem Preis von knapp über 2000 Euro. Er verbindet eine imposante, wuchtige Erscheinung mit elegantem Minimalismus der Bedienelemente und einer aufgeräumten Oberfläche. Das Gerät wiegt 17 Kilogramm im Vergleich zu den rund 10 des Bosch veroAroma 700 und der meisten anderen Modellen der Mittelklasse.

Einige Merkmale der gehobenen Ausstattung:

  • Milchschaumsystem mit automatischer Reinigungsfunktion
  • Arbeitet sehr schnell
  • Automatische Höhenanpassung des Getränkeauslaufs
  • Tassenbeleuchtung
  • Einfache Bedienung mit gut strukturiertem Touch-Display
  • Einstellung der Brühtemperatur möglich
  • Beheizbare Tassenabstellfläche
  • Automatische Entkalkung zu programmierbarer Uhrzeit
  • 20 Heißgetränke vorprogrammiert, einschließlich Wasserausgabe in optimalen Temperaturen für verschiedene Teesorten
  • 10 individuelle Benutzerprofile speicherbar

Ein Nachteil ist hier die Abweichung des Miele CM 7500 von der weitgehend üblichen Lösung, den Betrieb mit einem Wasserfilter zu ermöglichen. Darauf hat Miele bei diesem Gerät verzichtet. Stattdessen ist eine Entkalkungskartusche integriert, die nur ein Mal jährlich gewechselt werden muss. Das ist bequem und spart Kosten, denn ein gewöhnlicher Wasserfilter hält bei regelmäßiger Benutzung nur etwa einen Monat. Neben der Schonung des Kaffeevollautomaten hat gefiltertes Wasser jedoch den Vorteil, dass die damit zubereiteten Getränke besser schmecken. Viele Kaffeetrinker empfinden das jedenfalls so.

Wer die Kaffeevollautomaten von Miele interessant findet, aber nicht ganz so viel investieren will, findet im Miele CM 6350 eine reizvolle Alternative. Für knapp über 1000 Euro bietet er fast alle Vorzüge der Spitzengeräte von Miele.

Eine anderes starkes Produkt in der Preislage um 2000 Euro ist der Siemens EQ.9 connect. Er gibt ein eher sportlich-modernes Erscheinungsbild ab und bietet Luxusfeatures wie App-Steuerung, ein hochauflösendes Farbdisplay, zwei Mahlwerke und einen ungewöhnlich leisen Betrieb.

Alternativen

Welche Alternativen zum Kaffeevollautomaten gibt es, um in den eigenen vier Wänden Espresso und Milchkaffeegetränke zu brühen? Eigentlich nur eine, und zwar die Anschaffung einer Espressomaschine mit Siebträger. Dies ist die ursprüngliche Art, Espresso zu brühen. Dabei füllt man das Kaffeepulver per Hand in den Siebträger, spannt ihn in die Maschine ein und lässt diese das Wasser erhitzen und unter hohem Druck durch den Kaffee pressen.

Hinsichtlich der nötigen Anschaffungen ist zu bedenken, dass man zusätzlich eine Kaffeemühle benötigt. Auch die braucht etwas Platz in der Küche und kostet einen kleinen bis mittleren dreistelligen Betrag. Zwar gibt es Hand-Kaffeemühlen schon für 50 Euro, doch diese eignen sich am ehesten für Singles oder auf Reisen, denn bei größeren Mengen Kaffee wird das manuelle Mahlen bald lästig.

Der große Vorteil des hohen Anteils an Handarbeit bei dieser Lösung ist zugleich der Nachteil, je nachdem, was man sich wünscht: Die Details der Zubereitung lassen sich freier variieren als bei einem Kaffeevollautomaten. Dies erfordert dann aber auch Zeit und entsprechendes Geschick.

Wer also seine Barista-Qualitäten ausprobieren will, sollte zur Espressomaschine plus Kaffeemühle greifen. Für den maximalen Komfort empfiehlt sich der Kaffeevollautomat. In größeren Haushalten, Wohngemeinschaften und Büros ist ein dieser meist deutlich praktischer, da sonst alle Beteiligten lernen müssten, die Espressomaschine zu benutzen. Außerdem nimmt das manuelle Verfahren mehr Zeit in Anspruch.

Espressomaschinen sind mit integrierten Milchschaumlanzen erhältlich, die genauso funktionieren wie beim Kaffeevollautomaten. Das ist praktisch, führt aber zu einem technischen Problem: Der Wasserdampf entsteht aus kochendem Wasser, doch kochendes Wasser ist zu heiß, um damit Espresso zu brühen. Eine Espressomaschine muss daher entweder zwei Wasserkreisläufe haben oder eine Möglichkeit bieten, das Wasser nach Benutzung der Schaumlanze etwas herunterzukühlen. Die Geräte mit Niedrigstpreisen unter 100 Euro erfüllen diese Anforderung in der Regel nicht. Interessant wird es ab etwa 200 Euro.

Wer größeres Interesse an Filterkaffee hat, ist mit einem Kaffeevollautomaten ohnehin nicht gut beraten. Filterkaffee lässt sich am besten mit einer French Press, einer AeroPress oder dem guten alten Handfilter zubereiten. Eine komfortablere Lösung ist ein Filterkaffeeautomat mit eingebauter Kaffeemühle. Die Verwendung frisch gemahlener Bohnen hebt den Kaffee in jedem Fall auf ein deutlich höheres Qualitätsniveau.

Fazit: Komfortable Lösung mit Einschränkungen

Kaffeevollautomaten sind eine probate Lösung für den Wunsch Vieler, auch zu Hause oder im Büro zwischendurch einen Espresso oder Milchkaffee zu genießen. Je nach Stil und Geschmack sind sie außerdem ein schönes Spielzeug und machen sich gut in der Küche.

Sie ersetzen jedoch nicht den Barista – für diesen sicher eine gute Nachricht. Dafür sind die Möglichkeiten zu begrenzt, mit Faktoren der Zubereitung wie der Durchlaufzeit, der Dichte und Menge des Kaffeepulvers sowie dem Mahlgrad zu experimentieren, um den bestmöglichen Espresso zu brühen und die Zubereitung immer wieder an verschiedene Kaffeesorten anzupassen.