Siemens EQ3

Siemens EQ3 Test

Reinigung
90%
Lautstärke
70%
Benutzerfreundlichkeit
80%
Preis-Leistungsverhältnis
80%
Espressogeschmack
80%
Getränkevielfalt
70%

Vorteile

Nachteile

  • Ausgefallenes Design
  • Leckerer Espresso
  • Guter Milchschaum
  • Intuitive Bedienung
  • Kompakte Maschine
  • Preislich auch für Einsteiger geeignet
  • Nur ein Milchgetränk auf einmal
  • Keine Mengen für Milchgetränke einstellbar

Siemens EQ3 – das Einsteigermodell von Siemens

Siemens deckt mit seinen Modellen die gesamte Breite des Marktes für Kaffeevollautomaten ab. Die EQ9 ist das hochpreisige, luxuriöse Produkt der Münchener, die EQ6 zielt auf die gehobene Mittelklasse.

Wir haben uns heute die EQ3 vorgenommen, die das Einsteigermodell von Siemens ist. Die EQ3 gibt es in zwei Modell-Varianten: s300 und s500. Optisch unterscheidet sich die s500 von der s300 dadurch, dass die obere Hälfte ihrer Front schwarz ist. Bei der Funktionsweise hat Siemens der s500 ein „Aroma-Plus-Paket“ geschenkt. Praktisch bedeutet das eine Kaffeestärke mehr bei den Einstellungen.

Im Rahmen unseres großen Kaffeevollautomaten-Tests sehen wir uns heute die Variante s300 an.

Erster Eindruck

Das ist wirklich mal ein außergewöhnliches Design. Wir sehen uns die Siemens EQ3 s300 auf den Produktbildern an und sind erstaunt. Eine solche Optik ist uns in unseren Tests bisher nicht begegnet. In der Mitte der Front sitzt die Schaumlanze. Die Front erhebt sich bis zu der Stelle, wo die Lanze angebracht ist. So wird diese optisch in den Mittelpunkt des Automaten gerückt. Klein dahinter versteckt sich der Kaffeeauslauf.

Zum zweiten Mal werden wir auch mit einem schrägen Bedienfeld konfrontiert, wie schon bei der Philips HD8834. Das macht das Betrachten des Displays einfacher, wenn Sie vor der Maschine stehen. Neben dem Display sind neun Tasten zur Bedienung angeordnet.

Die Front der EQ3 ist in einer Edelstahl-Optik gehalten, der Rest der Maschine in schwarz. Das erzeugt einen hochwertigen Look, der uns gut gefällt.

Beim Auspacken bemerken wir, wie leicht die Maschine ist. Gerade einmal sieben Kilo bringt sie auf die Waage. Damit zählt sie zu den leichtesten Maschinen in unserem Test. Ein so geringes Gewicht deutet häufig auf viel verbautes Plastik hin. Bei der EQ3 ist das auch der Fall, es fällt aber nicht negativ auf. Auch in natura wirkt die Maschine hochwertig.

Mit Abmessungen von 37,8 x 24,7 x 42 Zentimetern (H x B x T) hat die Siemens eine kompakte Größe. Es wird kein Problem sein, sie in vielen Küchen unterzubringen.

Die EQ3 kommt ohne Milchbehälter aus. Das spart Platz an und in der Maschine.

Das Bohnenfach ist oben rechts erreichbar, der Wassertank hinten oben links. Er fasst 1,4 Liter und damit etwas weniger als die meisten anderen Maschinen.

Da beide Teile nach oben hin geöffnet werden, sollten Sie etwas Platz über der Maschine lassen. Sonst müssen Sie sie zum Nachfüllen immer bewegen.

Vor dem Wassertank ist ein beheizbares Feld für Kaffeetassen integriert. Auf diesem finden leider nur zwei Tassen Platz, aber das ist ja immerhin ein Anfang.

Die Front der EQ3 lässt sich wie eine Tür öffnen. Dieser Mechanismus ist sehr angenehm, weil er leicht von der Hand geht und die Reinigung stark vereinfacht. Hinter der Klappe liegen der Trester und die Brühgruppe, die täglich gereinigt werden wollen.

Nach dieser ersten Beschreibung, freuen wir uns auf den Praxis-Tests dieses optisch außergewöhnlichen Automaten.

Bedienung und Einstellungsmöglichkeiten

Das Zusammenspiel zwischen Tasten und Display der Maschine ist harmonisch und sinnvoll. Das ist nicht bei allen Automaten so. Wir hatten auch schon das Gefühl, unser Tastendruck löst den Selbstzerstörungs-Mechanismus aus.

Bei der Siemens ist das nicht so. Auch ohne Bedienungsanleitung sind die richtigen Einstellungen schnell gemacht.

Die EQ3 speichert auf Wunsch die individuellen Vorlieben für jedes Getränk. In dieser Preisklasse können Sie pro Getränk allerdings immer nur die Einstellungen für eine Person speichern, Profile für mehrere Leute können nicht angelegt werden.

Trotzdem haben Sie viele Einstellungsmöglichkeiten bei diesem Vollautomaten. Darunter fallen die Wassermenge, die Kaffeestärke, die Dauer des Milchaufschäumens und der Mahlgrad. Letzterer wird nicht über das Display, sondern über ein Rädchen im Bohnenfach verstellt. Fünf verschiedene Mahlstufen stehen Ihnen hier zur Verfügung.

Auslaufhöhe

Unter den Auslauf eines guten Kaffeevollautomaten müssen von der Espresso-Tasse bis zum Latte Macchiato-Glas viele Gefäße passen. Entsprechend sollte auch der Auslauf in der Höhe verstellbar sein. Sie haben nichts davon, wenn das Glas nicht darunter passt oder der Espresso immer erst einen freien Fall hinlegt, bevor er in der Tasse landet.

Bei der Siemens sind sowohl Milchlanze als auch Kaffeeauslauf verstellbar. Beide können Sie auf circa zwölf Zentimeter Höhe einstellen, so dass kleine Latte Macchiato Gläser dort Platz finden. Die Milchlanze können Sie bis knapp drei Zentimeter über die Auffangschale absenken. Das ist notwendig, damit Sie die Lanze tief in die Milch tauchen können.

Wasserfilter

Wasserfilter? Ist unser Wasser in Deutschland nicht schon sauber?

Doch, das Wasser in Deutschland hat fast überall Trinkwasserqualität. Der Wasserfilter in einer Kaffeemaschine erfüllt aber zwei andere Funktionen, als das Wasser nur trinkbar zu machen.

Er filtert Kalk und andere Verunreinigungen aus dem Wasser. Das reduziert erstens Ablagerungen in der Maschine und sorgt zweitens für einen besseren Kaffeegeschmack.

Die Siemens EQ3 kommt von Werk aus ohne Wasserfilter zu Ihnen. Es gibt aber eine Vorrichtung im Wassertank, wo dieser nachträglich eingebaut werden kann. Trotz Filter braucht die Maschine eine regelmäßige Entkalkung. Damit der Automat die richtigen Intervalle berechnen kann, müssen Sie vorab Ihre Wasserhärte einstellen. Diese erfahren Sie bei Ihren Stadtwerken oder mit Hilfe eines entsprechenden Teststreifens.

Brühgruppe

Die Brühgruppe ist das wichtigste Teil in einem Kaffeevollautomaten. Hier wird der gemahlene Kaffee zu einem Puck geformt, durch den dann das heiße Wasser gepresst wird. An dieser Stelle entsteht also Ihr Kaffee.

Da dieses Bauteil viel leistet, muss es auch regelmäßig gereinigt werden. Dazu ist es von Vorteil, wenn Sie die Brühgruppe entnehmen können. Bei der EQ3 ist das der Fall. Sie öffnen einfach die Front und können die Brühgruppe dann herausnehmen. Achten Sie bitte darauf, die Maschine vorher auszuschalten und vom Strom zu nehmen. Ansonsten kann sich die Brühgruppe verhaken und kaputt gehen.

Die Möglichkeit zur Entnahme hat noch einen Vorteil. Sie können das Teil austauschen, sollte es mal defekt sein. So sparen Sie sich den Techniker und das Verschicken des Automaten.

Die Brühgruppen in Kaffeevollautomaten sind immer aus widerstandsfähigem Kunststoff gebaut. Auch bei der EQ3 ist das der Fall.

Mahlwerk und Pumpe

Mahlwerke werden in der Regel entweder aus Edelstahl oder Keramik gebaut. Beide Materialien haben dabei Ihre Vor- und Nachteile.

Edelstahl ist in der Produktion günstiger, was auch die gesamte Maschine dann günstiger macht. Zudem ist Edelstahl nicht so anfällig gegen kleine Verunreinigungen, die sich in den Kaffee verirren können.

Keramik hingegen ist langlebiger als Edelstahl, weil es insgesamt robuster ist. Außerdem ist Keramik leiser im Mahlprozess als Edelstahl.

In der Siemens EQ3 ist ein Keramik-Mahlwerk verbaut.

Die Pumpe im Automaten nimmt dann ihre Arbeit auf, wenn das erhitzte Wasser durch den eben beschriebenen Kaffeepuck gepresst wird. Durch den Widerstand, den der Kaffee dem Wasser bietet, entsteht Druck. Bei einem Espresso sind 9 Bar notwendig, um ein schönes Ergebnis zu erzielen.

Aus der Beschreibung wird klar, dass dafür nicht nur die Pumpe, sondern auch die Konsistenz des Kaffeepulvers verantwortlich ist. Deshalb macht es auch wenig Sinn, nur über den Maximaldruck der Pumpe zu reden, da dieser für sich allein wenig aussagekräftig ist.

Trotzdem erwähnen wir, dass Siemens ihn für die EQ3 mit 15 Bar angibt.

Lautstärke

Wer von Ihnen in einem Haushalt mit einem Kaffeevollautomaten wohnt, der wurde bestimmt schon einmal vom Mahlgeräusch der Maschine geweckt.

Vor allem Automaten der früheren Generationen waren hier ein sehr zuverlässiger Wecker-Ersatz. Die Technik hat sich aber weiterentwickelt und entsprechend leiser sind die meisten Geräte auch geworden.

Die EQ3 ist mittellaut beim Kaffeekochen und Milch-Aufschäumen. Die anderen Familienmitglieder werden also morgens nicht zwangsläufig geweckt. Ihre große Schwester, die EQ6, ist aber noch einmal deutlich leiser.

Espresso

Der Espresso. So klein und doch so schwer zu perfektionieren.

Bei diesem Kult-Getränk spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass ein richtig guter Espresso einem Meisterstück gleich kommt.

Bei den heutigen Kaffeevollautomaten können Sie viele dieser Faktoren beeinflussen, wenn auch noch lange nicht alle.

Für unseren Espresso-Test stellen wir den Mahlgrad so fein wie möglich, die Stärke auf maximal und die Wassermenge auf 25 Milliliter. So sollte ein guter Shot gelingen. Wir drücken auf den Espresso-Knopf und die Maschine legt los.

Leider nur kurz, denn sie kommt bei der Zubereitung ganz schön ins Stottern. Das Ergebnis überzeugt uns nicht, vor allem die Crema sieht nicht gut aus. Das deutet darauf hin, dass das Wasser nicht vernünftig durch den Kaffee geflossen ist.

Wir probieren das Ganze noch einmal mit Stärkestufe drei von fünf. Jetzt erhalten wir ein tolles Ergebnis, das lecker schmeckt.

Es ist allerdings schade, dass die EQ3 ihre eigenen Einstellungen nicht umsetzen kann.

Die Siemens hat für den Kaffeebezug übrigens eine Zwei-Tassenfunktion. Das klappt aber nur bei reinen Kaffeegetränken, Milchgetränke müssen nacheinander zubereitet werden.

Milchschaum

Okay, wir sind ehrlich: Seit dem Betrachten der Produktbilder freuen wir uns auf den Milchschaum-Test. Wir sind gespannt wie kleine Kinder zu Weihnachten, was diese außergewöhnliche Milchlanze kann.

Um Milchschaum herzustellen, füllen Sie Milch in ein Glas oder eine Tasse Ihrer Wahl. Anschließend stellen Sie das Glas unter die Milchlanze und ziehen diese nach unten, bis die Düse in der Milch verschwindet. Den Rest erledigt die Maschine auf Knopfdruck. Sie können Milchschaum einzeln machen, oder diverse Milchgetränke zubereiten. Die EQ3 hat dabei den Vorteil, dass Sie das Glas nach dem Milchbezug nicht zum Kaffeeauslauf verschieben müssen, sondern einfach stehen lassen können.

Der Milchschaum aus der Siemens EQ3 ist sehr schön. Er ist fest, feinporig und hat eine gute Temperatur.

Reinigung

Das einfache Spülen nimmt Ihnen die EQ3 ab. Bei jedem Einschalten wird das Kaffeesystem einmal durchgespült.

Das Innenleben der Brühgruppe wird ebenfalls vom Gerät selber gereinigt. Dazu müssen Sie nur das Programm „Calc and Clean“ auf dem Bedienfeld wählen.

Die restlichen Teile können und müssen Sie von Hand reinigen.

Bei der Milchlanze ist es sinnvoll, das nach jeder Nutzung zu tun. Dazu nehmen Sie die beiden Bauteile ab und waschen sie mit kaltem Wasser ab. Passen Sie aber auf, die Lanze ist direkt nach der Benutzung noch sehr warm.

Den Wassertank sollten Sie vor jedem Neu-Befüllen einmal richtig durchspülen. Am besten nur mit Wasser, alles andere hinterlässt ein ungewolltes Aroma im Kaffee.

Die Abtropfschale können Sie einfach nach vorne abziehen, auskippen und einmal durchwischen. Wenn Sie hier hartnäckige Reste haben, ist das kein Problem. In Abtropfschale und Trester können Sie auch Reinigungsmittel einsetzen, da diese beiden Teile nicht mit frischem Kaffee in Berührung kommen.

Die Brühgruppe finden Sie hinter der Front. Diese sollten Sie ebenfalls täglich mit Wasser abspülen. So können Sie Verunreinigungen einfach wegspülen und erhalten so Ihr Kaffee-Aroma.

Wertung

Wir arbeiten bei KaffeeBitte.de mit zwei Bewertungsmodellen. Als erstes geben wir einer getesteten Eigenschaft eine Prozentzahl. Diese sagt, wie zufrieden wir mit der Eigenschaft waren. 100 Prozent sind entsprechend volle Zufriedenheit. Anschließend vergeben wir noch eine Note.

Vorteile

Nachteile

Ausgefallenes Design

Nur ein Milchgetränk auf einmal

Leckerer Espresso

Keine Mengen für Milchgetränke programmierbar

Guter Milchschaum

Intuitive Bedienung

Kompakte Maschine

Preislich auch für Einsteiger geeignet

Reinigung

Die Reinigung bekommt von uns ein „Ausgezeichnet“ mit 90 Prozent Zufriedenheit. Das einfache Spülen erledigt die Maschine von allein, ebenso wie die komplizierte Innenreinigung der Brühgruppe. Alle anderen Teile sind leicht zu entnehmen und so auch gut per Hand zu reinigen.

Lautstärke

Das Lautstärke-Niveau der EQ3 ist für ihre Preisklasse „Gut“ und bekommt 70 Prozent. Es gibt deutlich leisere Maschinen, die sind aber auch deutlich teurer.

Benutzerfreundlichkeit

Die Benutzerfreundlichkeit ist mit 80 Prozent „Sehr Gut“. Die Menüführung ist einfach und es gibt viele Möglichkeiten zur Individualisierung.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Siemens EQ3 liefert eine ordentliche Leistung ab und ist dabei mit einem Preis um die 500,00 Euro noch günstig. Deshalb gibt es von uns 80 Prozent und ein „Sehr Gut“.

Espressogeschmack

Nachdem wir den Espresso entsprechend konfiguriert hatten, war er lecker. Deshalb gibt es hier ebenfalls 80 Prozent und ein „Sehr Gut“.

Getränkevielfalt

Die Getränkevielfalt bewerten wir mit „Gut“ und 70 Prozent. Die Standardgetränke kann die EQ3 zubereiten, Spezialitäten wie einen Ristretto werden Sie aber vergeblich suchen.

Fazit

Die Siemens EQ3 ist ein guter Kaffeevollautomat der unteren Mittelklasse. Er bietet einige Möglichkeiten für die individuellen Kaffee-Wünsche und macht leckeren Kaffee und Milchschaum.

Im Vergleich zu teureren Automaten, wie der EQ6 und der EQ9 aus dem selben Hause, fehlen ihm aber ein paar Funktionen, wie die Wahl der Milchmenge pro Getränk. An diesen beiden Modellen gemessen ist der EQ3 auch relativ laut.

Falls Sie planen, regelmäßig mehrere Leute gleichzeitig mit Kaffee zu versorgen, ist der EQ3 dafür nur bedingt geeignet. Da nur ein Milchgetränk auf einmal zubereitet werden kann, dauert die Verpflegung größerer Gruppen entsprechend länger.

Für einen Haushalt mit bis zu drei Personen ist der Funktionsumfang aber vollkommen ausreichend.

Trotz allem handelt es sich hier um einen guten, kompakten Vollautomaten, der nicht nur durch sein außergewöhnliches Design überzeugt.

Wenn Sie über die Anschaffung eines preisgünstigen Automaten nachdenken, sollten Sie den Siemens EQ3 definitiv auf Ihre Liste setzen.

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